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Katharina Weingart aus Saarbrücken erhält Startplatz beim Weltcup am Wochenende in Luzern

 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, 200 Meter Laufen, Weitsprung, Speerwerfen, 800 Meter Laufen. So haben noch vor fünf Jahren die Wettkämpfe von Katharina Weingart ausgesehen. Dann der Schock für die ehemalige Siebenkämpferin: Durch einen Ermüdungsbruch im Fuß kann sie vorerst nicht mehr trainieren. Was macht sie? Sie steigt ins Ruderboot – und darf an diesem Wochenende im Ruder- Einer erstmals bei einem Weltcup, in Luzern, starten.

„Den einen Fuß habe ich mir im Jahr 2000 gebrochen, und die Schmerzen sind einfach nicht weggegangen. Dann haben sie auch im anderen Fuß angefangen. Und 2003 hatte ich ein ganzes Jahr Laufverbot“, erinnert sich die 25-Jährige aus Spey in der Nähe von Koblenz an das Ende der Leichtathletik. Was nicht so einfach war. „In meinem Dorf gab es immer nur einen Leichtathletik- und Turnverein, deshalb habe ich nie etwas anderes als Siebenkampf gemacht“, erinnert sie sich. Ihr Arzt riet ihr jedoch damals zu einer Sportart, bei der sie den Fuß nicht mehr in dieser Form belasten muss.

„An meiner Universität in Passau gab es damals einen Anfängerkurs für Rudern“, erzählt Katharina Weingart, „und 2005 habe ich das erste Mal im Boot gesessen. An Kanu hatte ich auch gedacht, aber das hat mir nicht viel gebracht, weil man nur mit dem Oberkörper arbeitet.“ Im vergangenen Jahr gewann Weingart überraschend die deutschen Hochschulmeisterschaften. „Dann wurde ich zu Uwe Bender vermittelt“, erzählt sie. Bender, Rudertrainer am saarländischen Olympiastützpunkt in Saarbrücken, ist regelrecht begeistert von seinem Schützling. „Sie ist eine Senkrechtstarterin. Dadurch, dass sie vom Siebenkampf kommt, ist sie physisch und psychisch stark“, sagt Bender.

Im März ist Katharina Weingart nach Saarbrücken in eine Wohngemeinschaft gezogen und arbeitet jetzt an der Universität des Saarlandes als Sekretärin für Biologische Experimentalphysik. „Ich bin hier super aufgenommen worden, vor allem was das Rudern betrifft“, freut sie sich, „die Trainingsgruppe ist total nett, der Trainer genial. Die Trainingsstätten sind super. Ich habe sogar ein Wettkampfboot, das auf mich eingestellt ist. Von den vier Monaten im Saarland habe ich bisher mehr als von den dreieinhalb Jahren in Passau.“

Und dass sie schon jetzt mit den besten deutschen Ruderern zum Weltcup in die Schweiz reisen darf, daran hatte sie keine Sekunde gedacht. „Beim Mehrkampf habe ich vielleicht mal eine Medaille mit der Mannschaft geholt – mehr nicht. Ich war noch nicht mal im B-Kader, jetzt bin ich das schon. Und dass ich mit nach Luzern kann, habe ich zu 95 Prozent Uwe Bender zu verdanken. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Trainer sein Team so gut betreut“, findet Weingart nur lobende Worte.

Ursprüngliches Ziel in Luzern war die Qualifikation für die EM, doch die hat sie am vergangenen Wochenende schon bei den deutschen Hochschulmeisterschaften geschafft. „Jetzt werde ich einfach mal Erfahrungen sammeln, ich war ja noch nie auf einem Weltcup. Und das ist schon gigantisch.“

Quelle: www.saarbrücker-zeitung.de

Von SZ-Mitarbeiterin Christina John


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